Der Kultkonzern Apple aus Kalifornien hört Kreativen zu und hat heute ein neues Macbook Pro vorgestellt: Das neue Macbook Pro 16 Zoll. Es ist kein Geheimnis, Kreative setzen stark auf Apple. Doch in den letzten Jahren sind auch viele Kreative von Apple abgewandert, weil Apple für sie viel zu wenig Pro war. Gerade das Macbook Pro stand lange im Kreuzfeuer der Kritik: zu wenig Anschlüsse, zu wenig Bildschirm, zu wenig Rechenpower und noch dazu eine fehleranfällige Tastatur oder eine nutzlose Touchbar.

Den Ärger über das letzte Macbook Pro 15,4 Zoll fasst die bekannte Techbloggerin Sarah Dietschy in einem Youtube-Video mit ihren Freunden Chris Hau und Lizzie Pierce zusammen:

Sarah Dietschy, Chris Hau und Lizzie Pierce complaining about the last Macbook Pro 15,4 Inch, Source: Youtube

Mit dem neuen Macbook Pro 16 Zoll, will Apple jetzt wieder die Herzen der Kreativen und Professionals erobern. Wie Apple das versucht und wich ich das beurteile, erfahrt ihr hier.

Macbook Pro 16 Inch, Traum der Kreativen?

Das neue Macbook Pro 16 Inch steht an der Spitze der Pro-Laptop-Linie von Apple und bietet deshalb auch die meisten Konfigurationsmöglichkeiten und die meiste Power.

Apple Macbook Pro 16 Inch, Source: Apple
Apple Macbook Pro 16, 2019; Quelle: Apple

Mit einem Werbespot möchte Apple natürlich zeigen, wie toll sich das neue Macbook Pro für Kreative anfühlt:

Apple Macbook Pro 16 inch, ein Traum für Kreative?, Quelle: Apple

Meine Einschätzung

Konnte Apple die Kritikpunkte, die vor allem Pro User und Kreative umtreiben, mit dem neuen Modell ausgebügelt? In meinen Augen ja.

Das Tastatur-Debakel – das Magic Keyboard als Lösung

Die aktuelle Butterfly-Tastatur ist auch etwas, was mich an dem aktuellen Modell sehr stört. Immer wieder hängen Tasten, Tasten schlagen nicht an, das Schreibgefühl passt nicht und, und, und.

Der neue Mechanismus wird diese Mängel sicher beheben. Dies zeigen erste Hand-On-Videos und ist auch deshalb zu vermuten, weil der Mechanismus sich an dem Magic Keyboard orientiert, das gerade für seine Tippeigenschaften sehr beliebt ist. Die Tasten haben jetzt wieder mehr Spiel (1mm). Das heißt, wenn man die Tasten drückt, spürt man mehr.

Das neue Magic Trackpad von Apple, Quelle: Apple

Marketingchef Phil Schiller beschreibt in einem Interview mit dem Tech-Magazion CNet die Überlegungen zur neuen Magic Tastatur des Macbook Pro 16 Zoll. Hier ein kleiner Ausschnitt, der zeigt, wie Apple sich mit solchen Fragestellungen auseinandersetzt:

“But a few years back, we decided that while we were advancing the butterfly keyboard, we would also — specifically for our pro customer — go back and really talk to many pro customers about what they most want in a keyboard and did a bunch of research.

That’s been a really impressive project, the way the engineering team has gotten into the physiology of typing and the psychology of typing — what people love. As we started to investigate specifically what pro users most wanted, a lot of times they would say, “I want something like this Magic Keyboard, I love that keyboard.” And so the team has been working on this idea of taking that core technology and adapting it to the notebook.”

Das ganze Interview findet ihr hier.

Die Touchbar bleibt – mit Verbesserungen

Next Stop: Touchbar. Ich selbst bin kein Freund der Touchbar. Manchmal ist es schöner, eine echte Taste drücken zu können als auf eine Glasfläche zu tippen. Am schlimmsten war das für mich bei der ESC-Taste. Diese ist jetzt beim neuen Modell durch eine phsyische Taste ersetzt worden. Vielleicht schafft es Apple auch noch, mich mit den Funktionalitäten der Touchbar mit coolen Softwaregimmicks zu überzeugen. We will see.

Ein Gerät mit viel Power für schweren Workload

Leistung: Ich möchte am liebsten einen einzigen Rechner für alles benutzen, was ich mache. Deshalb muss auch ein Laptop für mich viel Rechenleistung bieten. Am besten, mehr als ich brauche. Einen Vorteil in dem neuen Modell sehe ich in den Erweiterungsmöglichkeiten des Arbeitsspeichers. Diesen kann man jetzt auf 64GB erweitern. Bisher waren maximal nur 32GB möglich. Möchte man Filme in 4k und im RAW-Format schneiden, kommt man selbst mit 32GB schon an die Grenzen. Die zur Verfügung stehenden 8-Kern-Prozessoren sind meinen Anforderungen auf jeden Fall gerecht, genauso wie die AMD-Grafikkarten. Mit der AMD Radeon Pro 5000M kann die Grafik der Geräte mit bis zu 8GB konfiguriert werden, was für 4K Rendering und das Rendering vieler Bilder auf einmal bestimmt eine smoothe Angelegenheit sein wird.

Die modernsten acht Kern Prozessoren sollen sich mit schwerem Workload beschäftigen, Quelle: Apple

Das Kühlsystem des neuen Macbook Pro 16 Zoll – Professionell

Um diese professionelle Leistung zu managen, bedarf es eines guten Kühlsystems und einer smarten Wärmearchitektur. Bis zur letzten Auflage des 15 Zoll Modells stand dieses immer wieder in der Kritik. Wurde ein Macbook Pro zu stark gefordert, mussten die Prozessoren ihre Rechenleistung aufgrund fehlender Kühlmöglichkeiten drosseln, sehr zum Ärgernis vieler Pro-User. Auch hier will Apple mit einer verbesserten Wärmearchitektur und 35 Prozent größeren Kühlkörpern mit einer um 12 Watt höheren Kühlleistung neue Maßsstäbe setzen.

Dennoch spricht Apple nur davon, dass damit „das System über einen längeren Zeiträum mit höherer Leistung betrieben werden kann“. Im Umkehrschluss bedeutet das für mich schon, dass auch in diesem Design eine Reduzierung der Rechenleistung erfolgt, wenn das Gerät warm läuft, was ja auch durchaus sinnvoll ist. Natürlich muss man auch eingestehen, dass auch Ingenieure irgendwann an die Grenzen des physikalisch machbaren gelangen. Das Gehäuse soll weder dicker werden, noch soll das Gerät so viel Energie für die Kühlung in Anspruch nehmen müssen, dass man am Ende keine Akkuleistung mehr hat. Mobilität und Leistung sollen in meinen Augen bei einem Macbook Pro in einem Gleichgewicht stehen. Das hat Apple für mich bisher immer gut hinbekommen und immer weiter perfektioniert.

Ein neues Lüftungssystem sorgt für mehr Coolness, Quelle: Apple

16 Zoll, ein wenig mehr zu sehen

Und jetzt noch auf ein Wort zur Displaygröße und zum Display. Das Macbook Pro 16 Inch hat ein um 4% größeres Display als das 15 Inch Vorgängermodell. Der Farbraum ist nun D3, die Auflösung beträgt 3072 x 1920 Pixel, die Helligkeit bleibt bei 500 Nits die Pixeldichte ist mit 226 ppi auch minimal höher (bisher 226 ppi). So kann das neue Retina Display fas 6 Millionen Pixel widergeben. Wie gut das Display wirklich ist, muss ich mit eigenen Augen sehen. Die Werte sind jedenfalls schon besser und Apple hat damit wohl eines der modernsten Notebook Displays auf dem Markt.

Das 16 Zoll Retina Display des neuen Macbook Pro mit dünneren Bezels bei nahezu gleichbleibender Gehäusegröße, Quelle: Apple

Mehr Leistung, mehr Kühlung und was ist mit dem Akku? Eine sehr berechtigte Frage! Erhöht man diese zwei Faktoren, müsste man doch eigentlich auch den Akku größer machen. Obwohl das Display größer ist, sind die Abmessungen des neuen Macbook Pros aber nicht stark gewachsen. Also ist die Akkulaufzeit einfach weniger? Nein! Apple spendiert die Gerät eine 100 Wh Lithium-Polymer-Batterie und verspricht damit bis zu 11 Stunden Laufzeit. Überstunden wären damit also kein Problem, wie Apple selbst wirbt. Die bisherigen Modelle hatte lediglich eine Kapazität von 83,6 Wh und auch nur eine versprochene Leistung von 10 Stunden. Wie hat Apple das geschafft? Apple hat sich wieder auf das besonnen, was Steve Jobs immer gepredigt hat: Der Raum in einem Gerät muss maximal ausgenutzt werden und so gibt es in dem neuen Macbook Pro auch weniger (die Fotos lassen vermuten, es wäre noch ein wenig Spielraum) ungenutzte Freiräume.

Der Trick mit dem größeren Akku des neuen Macbook Pro 16 Zoll

Hierzu ist eine Anekdote von Steve Jobs ganz amüsant am Rande: Bei der Entwicklung des ersten iPods gab es Probleme mit der Akkulaufzeit. Sie war zu kurz. Die Ingenieure haben bei einem Meeting beteuert, dass kein Platz mehr sei für einen größeren Akku. Seinem Wesen nach hat Steve Jobs dieses nein gar nicht gefallen. Er hat den Prototypen des iPods genommen, ist aufgestanden und hat ihn in das Aquarium im Meetingraum geworfen, sehr zum erstaunen seiner Kollegen. Als Blasen aufgestiegen sind, hat er gemeint, wenn Luftblasen aufsteigen, heißt das, es ist noch nicht der kompeltte Raum genutzt, also nutzt ihn und kommt wieder, wenn ihr fertig seid!

Vielleicht hat sich bei Apple genau in diesem Fall ein Ingenieur an diese Aktion von Steve erinnert und konnte das Management davon überzeugen, nicht in erster Linie auf Produktionskosten zu blicken, wie man es wahrscheinlich bei den 15,4 Zoll Modellen der letzten Generation getan hat. Wie es scheint, ist Apple doch ein wenig wachgerufen worden.

Kurz gesagt: Mein Fazit

Kurz gesagt: Für mich ist das neue Macbook Pro technisch ein Grenzgänger. Das technische Design kommt von mir an vielen Punkten an die Grenzen. Noch mehr als alle Vorgänger. Sobald mein jetziges Macbook Pro 15,4 Zoll ausgedient hat, oder mir ein paar tolle Aufträge beschwert wurden, werde ich mir ein Macbook Pro 16 Zoll holen. Das ist sicher!

Das Macbook Pro 16 Zoll, irgendwann mein Workhorse für Videobearbeitung & Co, Quelle: Apple

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