Leica stellt neues 35mm Objektiv für das Messuchersystem vor

Leica ist weiter innovativ. Eine Neuvorstellung jagt die andere. Vor Kurzem die SL2-S2, ein Apo-Summicron 28mm für das SL-System, die Leica Q2 James Bond Sonderedition und jetzt ein neues Objektiv für das Messuchersuchsystem und dann noch in meiner Lieblingsbrennweite 35mm: Das Leica APO-Summicron-M 1:2/35 ASPH. In diesem Beitrag möchte ich meine erste Einschätzung zu diesem Neuentwurf einer 35mm-Brennweite geben und ein paar Zukunftsprognosen für Leica wagen. Deutet dieses Objektiv vielleicht schon auf die M11 hin?

Das LEICA APO-SUMMICRON-M 1:2/35 ASPH, Quelle: Leica Camera AG

Warum ein neues 35mm Objektiv für Messucherkameras und dann nur f 2,0?

Viele werden sich auf den ersten Blick vielleicht denken, was ist in Leica gefahren? Es gibt doch schon das tolle SUMMILUX-M 1:1,4/35 ASPH, das ich auch mein Eigenen nennen darf. Das Summilux wartet mit einer sehr guten Lichtstärke von 1,4 auf und ist preislich für Leica-Verhältnisse mit 4.900€ ok.

Und dann nun ein neues 35mm Objektiv mit „nur“ 2,0 Lichtstärke und dann sind noch 7.300€ am Ladentisch dafür fällig. Hat Leica nun endgültig den Bezug zur Realität verloren oder steckt vielleicht doch mehr dahinter?

APO Summicrone als Meister der Schärfe und Kontrastverhältnisse

Also zunächst einmal habe ich in der Zwischenzeit auch schon etwas mehr über Objektive gelernt. Lichtstärke ist gut, aber nicht entscheidend. Mir geht es um ein schönes Bokeh und dass ich bei wenig Licht auch noch gut fotografieren kann ohne gleich einen Blitz verwenden zu müssen. Das Leica Leica APO-SUMMICRON-SL 1:2/35 ASPH, das ich an der SL2 testen durfte (hier gehts zum Review) hat mir gezeigt, dass Bokeh auch durch Schärfe und Kontraste definiert wird und f 2,0 auch für Lowlight in den meisten Fällen reichen kann.

Die APO-Summicron Objektive von Leica, sind von Güte und Qualität her die besten, die Leica je baut und mit jeder Iteration setzt Leica noch eins drauf. Damit einher geht die Fähigkeit, durch die optische Konstruktion unglaublich scharf und hochauflösend abzubilden. Der Produktionsaufwand hierfür ist natürlich dementsprechend höher als bei anderen Objektiven. Daraus resultiert dann auch der höhere Preis (ob es er wirklich gerechtfertigt ist, kann ich erst nach einem Test sagen). Anyway, die guys bei Leica gehen mit den Apo Summicronen gewiss an die Grenzen des physikalisch Machbaren und so weit wie kein anderer Kamerahersteller gehen würde.

Mit der höheren Auflösung und höheren Schärfe, die das Objektiv verarbeiten kann, sind wir auch bei des Pudels Kern und in meinen Augen dem wahren Grund, weshalb Leica immer mehr M-Objektive der Apo-Summicron-Reihe bringen wird: Die Auflösung der Kameras wird immer höher, dies erfordert Objektive, die diese hohe Auflösungen verarbeiten können.

Aktuell hat Leica mit der M-10R eine M-Kamera mit über 40 Megapixel auf den Markt gebracht. Mit dem neuen APO-Summicron 35mm gibt es nun APO-Summicrone in den Brennweiten 28mm, 35mm, 50mm, 75mm und 90mm.

Das LEICA APO-SUMMICRON-M 1:2/35 ASPH, Quelle: Leica Camera AG

Steht die Leica M11 vor der Tür?

Die 35mm-Brennweite ist nicht nur meine Lieblingsbrennweite, sondern auch das Objektiv für Reportagefotografie und damit zentral im Lineup für jede Kameralinie.

In meinen Augen hat Leica mit dem APO-SUMMICRON-M 1:2/35 ASPH den wichtigsten Baustein gelegt für weitere hochauflösende Kameras mit M-Anschluss und Messuchertechnik. Dies kündigt Leica im Prinzip in der Pressemitteilung zum neuen Summicron schon an:


Mit seiner klassischen Reportage-Brennweite eignet es sich für den universellen Einsatz an jedem jetzigen und zukünftigen Modell der M-Reihe, aber auch an der Leica SL2 oder SL2-S.

Quelle: Leica, Pressemitteilung zum APO-SUMMICRON-M 1:2/35 ASPH

Dieser Passus deutet in meinen Augen zum einen auf die vor der Tür stehende Leica M11 hin und zum anderen zeigt Leica mit dem Ausbau des Lineups an M-Objektiven, dass auch künftige M-Kameras mit dem M-Anschluss kompatibel sein werden. Hier wurde auch vielfach diskutiert, ob Leica den Anschluss für M-Kameras nicht in Zukunft mal ändern wird. Dies scheint damit unwahrscheinlicher.

Wann wir eine Leica M11 sehen werden, wird damit erstmal nicht ausgesagt. Ich sehe darin dennoch einen deutlichen Hinweis auf eine M11 in absehbarer Zukunft. Betrachtet man nochmals die Produkteinführungen der letzten Zeit und fragt sich, was Leica als nächstes bringen wird, bleibt nicht besonders viel übrig, sprich in meinen Augen genau die M11.

Das APO-SUMMICRON-M 1:2/35 ASPH im Vergleich zum SUMMILUX-M 1:1,4/35 ASPH

Das APO-SUMMICRON-M 1:2/35 ASPH hat im Vergleich zu einem SUMMILUX-M 1:1,4/35 ASPH technisch gesehen Vorteile:

  • Leica verspricht mehr Detailschärfe und ein höheres Kontrastverhältnis, das widerum die fehlende Lichtstärke ausgleichen soll und das Bokeh mindestens ebenso schön mach (das würde ich gerne selbst testen)
  • Durch die kompromisslose Detailschärfe ist das Objektiv auch für zukünftige Kameras mit noch höheren Auflösungen gewappnet.
  • Ein spannender Vorteil ist auch, dass Leica es geschafft hat, die Naheinstellgrenze von 70cm auf 30cm zu reduzieren (allerdings nur über Fokuspeaking oder einen Aufsteck-EVF und nicht über den Messucher). Das kann bisher kein M-Objektiv.
  • Durch eine nicht so hohe Lichtstärke wie beim Summilux konnte das APO-Summicron kleiner gebaut werden, was Gewicht spart und das Setup insgesamt kleiner macht.
Das LEICA APO-SUMMICRON-M 1:2/35 ASPH, Quelle: Leica Camera AG

Leica APO-SUMMICRON-M 1:2/35 ASPH – meine Einschätzung

Obwohl ich das APO-SUMMICRON-M 1:2/35 ASPH noch nicht wirklich im real Life testen (ich brenne aber darauf) konnte, möchte ich trotzdem einer kurze Einschätzung dazu abgeben.

Leica bleibt dran und bringt immer mehr neue Produkte auf den Markt. Dabei möchte Leica immer noch eins drauf setzen. Das finde ich sehr gut. Eine dieser Neuentwicklungen ist das APO-SUMMICRON-M 1:2/35 ASPH. Laut Peter Karbe, dem ehemaligen Leiter der Objektiventwicklung bei Leica läuft das bei Leica immer so ab: Man hat mit einem neuen Objektiv einen Meilenstein erreicht, durch das Erreichen neuer und besserer Zielwerte und dann geht es weiter. Man möchte den nächsten Meilenstein erreichen. Während das Leica Apo Summicron 35mm f 2,0 SL (kleiner Test hier) schon neue Maßstäbe gesetzt hat, sollte diese Errungenschaft nun in dem M-System zugänglich gemacht werden. Den Podcast, indem Herr Karbe darüber spricht, findet ihr hier bei Michel Birnbacher. Dass ein Objektiv, das mit noch mehr Perfektion gefertigt und konzeptioniert wird, seinen Preis hat, muss jedem klar sein und finde ich auch ok.

Lichtstärke und weiches Bokeh vor Auflösung und Kontrast

Ich persönlich war bisher ein großer Fan hoher Lichtstärke und des Stils der Summiluxobjektive. Mir gefällt das weiche Bokeh und das minimal Unperfekte. In meinen Augen sind die Bilder dadurch natürlicher, echter und ein wirken analog. Das ist Geschmackssache.

Aber ich gebe zu, ich liebe Perfektion und erwische mich immer wieder bei dem Gedanken, wie toll es doch wäre, auch ein Apo Summicron zu besitzen, weil es darüber hinaus nichts mehr gibt. Ich kann also nicht mehr mehr herausholen.

Deshalb denke ich mir, für einen Leica-Fotografen, wäre es vielleicht sinnvoll, ein Summilux und ein Apo Summicron zu besitzen in zwei verschiedenen Brennweiten.

Die Summiluxe – eine aussterbende Sepzies?

Leica sagt, für zukünftige hochauflösende Kameras ist dieses Apo Summicron genau das richtige Objektiv. Als ich diesen Artikel ursprünglich geschrieben habe, war ich dem Apo Summicron gegenüber sehr skeptisch und habe sogar vermutet, dass Leica damit, um einen höheren Preis erzielen zu können, die Summiluxe außer acht lassen möchte. In der Zwischenzeit bin ich aber genau der anderen Meinung. Leica möchte immer mehr erreichen und immer bessere Qualität erreichen, sowohl was die Sensoren als auch was die Objektive anbelangt. Einer der Grundvoraussetzungen bei Leica ist, dass immer alle M-Objektive mit M-Kameras kompatibel sein werden. Das wird auch nochmal klar, wenn man sich den oben erwähnten Podcast mit Peter Karbe anhört. Dort spricht Herr Karbe davon, dass es leichter gewesen wäre, ein neues Bajonett für digitale M-Kameras zu entwickeln als mit dem bestehenden Bajonett weiterzuarbeiten. Dies hätte die Objektiventwicklung wesentlich erleichtert, da die Einfallwinkel auf den Sensor idealer gewesen wären. Schon beim Übergang von der digitalen zur analogen Welt, wollte Leica maximale Kompatibilität mit den bestehenden Objektiven der M-Kameras bieten. So können bis heute alle M-Objektive auf allen M-Kameras verwendet werden und soll dies auch in Zukunft so bleiben.

Es ist also so: Natürlich kitzelt ein besseres Objektiv mehr aus dem Sensor raus, aber das muss nicht heißen, dass ein Objektiv mit weniger Abbildungssleistung keine schönen Bilder macht, auch nicht, wenn es um hochauflösende Sensoren geht. Leica wollte mit dem Apo Summicronen etwas Gutes tun, den Benutzern erlauben, das volle Potential der Sensoren zu nutzen. Schon an einer M10 wird dieses Apo Summicron schärfere Bilder liefern als ein Summilux oder gar ein Voigtländer. Es liegt also weiterhin am Fotografen, welchen Stil er bevorzugt. So gibt es auch Menschen, die gerne mit einem Vintage Objektiv arbeiten, weil sie die Verzeichnungen, Vignettierungen lieben. Das ist etwas, was ich erst lernen musste, dass verschiedene Objektive in verschiedenen Klassen einen eigenen Charakter haben. Früher bin ich davon ausgegangen, 35mm sollte 35mm sein, aber wie ich gelernt habe, ist das alles ganz anders 😉

Das Leica APO-SUMMICRON-M 1:2/35 ASPH passt nicht zu mir

Ganz klar: Während ich vor ein paar Monaten noch gesagt habe, das Leica APO-SUMMICRON-M 1:2/35 ASPH scheidet für mich aus, denke ich im Moment wieder ganz anderes darüber: Ich würde nicht nein sagen und ohne das Objektiv getestet zu haben, bin ich der festen Überzeugung, dass es es eine herausragende Abbildungsleistung hat (auch nach dem Gespräch mit Klaus Gamber, der mir die Welt der Leica-Objektive besser verständlich gemacht hat. Zum Podcast gehts hier). Dem ganzen steht nur mein Summilux im Weg, das ich über alles schätze (Testbericht hab ich hier) und ich lieber noch ein 50mm Objektiv zusätzlich hätte, als ein weiteres 35mm Objektiv. Ich könnte natürlich ein 50er Summilux holen und ein 35mm Apo Summicron. Was meint ihr dazu?

Das waren meine Gedanken zu diesem Neuaufschlag! Mich würde natürlich trotzdem interessieren, wie es sich mit diesem Objektiv fotografiert und was ihr dazu denkt! Hinterlasst mir eure Gedanken gerne in den Kommentaren!


Leica APO-SUMMICRON-M 1:2/35 ASPH – Verdict

The brand new Leica Leica APO-SUMMICRON-M 1:2/35 ASPH is a masterpiece of engineering without any doubt! This great lense can be a pretty good choice for me, even if I love my own SUMMILUX-M 1:1,4/35 ASPH. The Summilux offers me a great aperture and let me photograph even in lowlight.

The APO-Summicron is built for cameras with high-resolution sensors like the M10-R to get even more out of them. In my opinion it also is a forerunner for an upcoming M11. 35mm is one of the most important focal lenghts for a photographer and even more important and beloved within the M lineup. So with this one Leica is ready for the next step.

The new glass also offers something new: The Summicron achieved a new minimum focus of 30 cm instead of the 70cm that offers existing M-glass.

Further more the Summicron is really tiny and easier to carry around especially for streetphotography.

Leica promises also that the new glass is best in build-quality and offers maximum imaging performance without compromise. Even with a maximum aperture of f 2,0 the class should deliver great bokeh. Thats something I definitely look forward to test in real life.

Anyway Leica shows us that they keep on innovating new products that comes to the physical boundaries again.

Chris überlegt

P.S. Die Bilder des Objektives und der Kamera sind aus der Pressemappe der Leica Camera AG und unterliegen dem Urheberrecht von Leica.

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