Ich habe mir eine Leica M11 gekauft – eine neue Ära beginnt

Am 13. Januar 2022 hat Leica eine neue Messsucherkamera vorgestellt, die von vielen lange ersehnte Leica M11. Was diese Kamera können wird, habe ich mich mit Dr. Claus Sassenberg auch schon im Rahmen meines Podcasts gefragt (hier). Claus und ich hatten ziemlich viele Treffer auf unserer Liste und ich konnte einfach nicht widerstehen. So habe ich mir bei meinen Freunden im Leicastore Nürnberg (unbezahlte Werbung) gleich ein Modell sichern lassen und durfte meine Leica M11 gleich noch am Donnerstag um 15:00 Uhr im Laden abholen. Ich konnte deshalb schon die ganze Woche nicht mehr schlafen, weil ich mich so auf den Tag gefreut habe.

Chris bekommt eine Leica M11

Warum habe ich mir eine Leica M11 überhaupt gekauft?

Meine Leica M10P (hier hab ich einen kleinen Liebesbrief an meine Leica M10P geschrieben) war mir natürlich auch sehr ans Herz gewachsen, aber der Fortschritt hat jemanden wie mich zum Wanken gebracht. Die Leica M11 spielt technisch gesehen definitiv in einer anderen Liga und verspricht mir die nächsten 5 Jahre wieder eine technisch moderne Kamera mit moderner Konnektivität (abgesehen von dem Messsuchersystem, das man natürlich nicht als modern bezeichnen kann.

Was hat mich konkret zur Leica M11 gebracht

  • Seit ich die Leica SL2-S getestet hatte (hier gehts zu meinem Test), hatte ich das Gefühl, dass der Sensor der M10P in die Jahre gekommen ist. Die Bilder der SL2-S, die ich mit meinem M-Objektiv gemacht hatte, dem Summilux 35mm empfand ich einfach moderner. Das ist zwar Jammern auf hohem Niveau, aber das Gefühl war da. Auch die 47MP der Q2 und SL2 haben mich begeistert, auch wenn ich mir immer gedacht hatte, kein Mensch braucht so viele Megapixel.
  • 60MP ist natürlich eine Hausnummer, ich habe inzwischen aber nicht mehr den Eindruck, das wäre nur ein Masche, ich denk mir eher, mit mehr Megapixeln bekommt man einfach auch schönere Details und mehr Dynamik in die Bilder. Natürlich bedeutet das auch viele Daten, aber ich hab ja jetzt auch einen blitzschnellen neuen Megarechner, der auch 60MP Bilder in Windeseile durch Lightroom jagen kann. Viele Megapixel und Top Lowlight passen nicht zusammen? Da war zumindest früher was dran. Aber schon die Leica M10-R mit ihren 40MP hat da einen richtig guten Job gemacht. Der Sensor der Leica M11 ist nochmal neuer und ich vertraue Leica, dass sie hier wirklich alles gegeben haben. 60MP sind natürlich nochmal etwas anderes wie 36MP, aber der neue Sensor der Leica M11 hat noch ein paar Tricks auf Lager: Es handelt sich um einen sogenannten BSI-Sensor mit variablen Auflösungen. Man kann Bilder in 60MP, 36MP und 18MP aufnehmen. Je weniger MP, desto besser wird das Rauschverhalten, verspricht Leica (ich werde das noch testen, aber die Bilder, die Sebastian mir im Store gezeigt hat, haben mir schon sehr gut gefallen). Die Technik dahinter nennt sich Pixel Binning. Die Technik wird auch verwendet, wenn Kameras in 8k, 4k und HD aufnehmen. Kurz gesagt, es wird immer der volle Sensor verwendet und je nach gewünschter Auflösung werden Pixel zusammengefasst, so dass am Ende eine kleinere Auflösung rauskommt. Also für mich hat Leica hier einen der modernsten Sensoren verbaut, die gerade am Markt sind und somit bedeutet der Sensor für mich auch Technologiesicherheit.
  • Verschiebung der Fotografiewelten? Gut, wir haben jetzt 60MP, Mittelformatkameras arbeiten auch in diesen Regionen, auch wenn das natürlich ein ganz anderer Sensor ist. Ich habe nun aber schon öfter gelesen, dass sich die Grenzen ein wenig verschieben und man mit 60MP Vollformatkameras auch in Mittelformatregionen vorstoßen kann, was den Bildlook anbelangt. Mittelformat wäre für mich aufgrund der Größe der Kameras keine Option, aber wenn ich den Look mit einer Leica M nur ansatzweise hinbekomme, dann würde mich das sehr freuen und ich freue mich auch über die Möglichkeit in einer so hohen Auflösung arbeiten zu können und ggf. sehr viel Platz zum croppen zu haben. Über die Verschiebung der Fotografiewelten spricht übrigens auch Leica Chef-Optikdesigner Peter Karbe im Podcast Leica Enthusiast von Michel Birnbacher (hier gehts zur Folge).
  • Die Bodenplatte musste weichen: Juhu, die neue Leica M11 hat keine Bodenplatte mehr, die man jedes Mal entfernen und wieder anbringen musste, wenn man den Akku oder die Speicherkarte der M10 oder auch ihrer Vorgängerinnen heran kommen wollte und die auch ein deutliches Gewicht hatte. Bei der M11 ist das kinderleicht: Der Akku kann wie bei der Leica Q2 oder SL2/SL2-S einfach durch umlegen eines Hebels und eindrücken des Akkus herausgenommen werden. Die Speicherkarte ist im Akkufach mit untergerbracht. Ich fand die Bodenplatte als Reminiszenz an die Bodenplatten der alten Film M-Leicas nie wirklich praktisch. Es bestand auch die Gefahr, dass die Platte mal nicht richtig befestigt ist und sie einfach runter fällt, sehr unschön.
  • Garantie: Die Garantie meiner Leica M10-P war sozusagen am Ende. Bei so teuren Geräten, wäre eine Reparatur wohl auch nicht so günstig. Deshalb freue ich mich jetzt, dass ich mit meiner M11 (nach Registrierung bei Leica) jetzt wieder drei Jahre Herstellergarantie habe, die ich hoffentlich natürlich nicht beanspruchen muss. Aber sicher, ist sicher. 😉
  • Moderne IO: Konnektivität mit Computern und Smartphones wird immer wichtiger. Die M11 ist hier nun wirklich erwachsen geworden und bietet mit dem neuen USB-C-Anschluss, den man auch zum direkten Laden des Akkus verwenden kann, nun auch die Möglichkeit Shootings via Tethering durchzuführen und damit mit Capture One die Ergebnisse eines Studioshootings sozusagen leicht mitzuverfolgen, wie es viele Profis gewohnt sind. Ihr kennt das von den Sets bestimmt, wenn Fotografen und Fotografinnen ein orangenes Kabel zwischen Kamera und Rechner haben 😉 Außerdem soll nun mit Bluetooth und WLAN die Verbindung zu Smartphones noch besser funktionieren. Es ist sogar ein Kabel für die direkte Verbindung mit einem iPhone dabei. Das ist nun mal die Zukunft und mit der neuen M-Technik stehen hier alle Türen offen.
  • Benutzerführung: Die Benutzerführung der Leica M11 wurde modernisiert. Obwohl die M-Menüs schon richtig gut waren, wartet die M11 jetzt mit neuen Menüs alla Q- und SL-Serie auf, die noch schnelleren Zugriff auf die Grundfunktionen bieten. Das beschleunigt und erleichtert die Arbeit mit der neuen M.
  • Das Display der Leica M11 hat eine bessere Auflösung. Das begrüße ich sehr, da sich damit und auch aufgrund der Stabilisierung des Sucherbildes für das Display fokussieren mit Hilfe von Fokuspeaking nochmal besser wird wie bei der M10-P. Ich empfand Fokuspeaking bei der M10 immer nicht so als ganz ideal, falls man mal den Messsucher nicht verwenden wollte. Mit 60MP muss man nun auch genauer hinschauen, damit auch wirklich alles scharf ist.
  • Objektivkompatibilität: Ich hatte ein wenig Sorgen, dass die extrem hohe Auflösung notwendig machen würde, dass man nur mehr mit Apo-Summicron-Objektiven arbeiten könnte. Das ist zum Glück nicht so, mein geliebtes Summilux 35mm (Testbericht gibts hier), funktioniert super und auch der Bildlook ist wohlgefällig. In ersten Tests kann ich keine Schwächen in der Abbildungsleistung erkennen. Aber klar, ein Apo-Summicron kann sicher mehr herausholen aus dem Sensor. Aber das konnte es auch schon bei einer M10 😉
  • Einen internen Stabilisator brauche ich aktuell nicht. Natürlich wäre so etwas gerade bei 60MP ganz nice gewesen. Aber Leica musste bestimmt auch eine Entscheidung treffen: Ein größeres Gehäuse mit Stabilsator, oder ein kleineres ohne? Ich habe meine ersten Bilder bei gutem und bei schlechtem Licht auch ohne Stabi und ohne Stativ gut hinbekommen. Also denke ich, die Sorge ist unbegründet.
  • Ein elektronischer Verschluss: Wow! Das hätte ich nicht gedacht. Während bisherige M-Kameras immer nur Verschlusszeiten von 1/4000s geschafft haben, wartet die M11 nun mit einem hybriden Verschluss auf. Mit einem elektronischen Verschluss können nun Verschlusszeiten von bis zu einer 10.000stel Sekunde erreicht werden. Klar, elektronische Verschlüsse haben bei bewegten Objekten öfter mal Verzerrungen zu Folge, aber das haben sie wohl so gut wie alle (meine Canon EOS R5 hat das auch). Die ersten Versuche mit dem elektronischen Verschluss und Gegenlicht haben mir gezeigt, dass der elektronische Verschluss funktioniert. Ich bin also happy damit und freue mich, dass ich nicht immer einen Filter dabei haben muss 😉
  • 64GB interner Speicher: Das hat meines Wissens noch keine Kamera dieser Klasse und ich finde es sehr nice. Wie oft bin ich losgezogen mit meiner Kamera, wollte anfangen zu fotografieren und siehe da, leider keine SD-Karte eingelegt. Dumm gelaufen. Das passiert mir mit der M11 nun nicht mehr.
  • Gewicht: meine schwarze Leica M11 wiegt nun auch 20% weniger als die silberne Variante, da der Deckel nun aus Aluminium ist. Das finde ich ganz gut so, da ich die Kamera so gut wie immer unterwegs dabei habe und das Gewicht einfach doch zählt.
  • Akku: Der neue Akku soll nun für über 1000 Auslösungen herhalten, auch das würde mir helfen, wenn ich nicht immer einen zweiten Akku dabei haben muss.
  • Alles in allem finde ich alle Weiterentwicklungen, mit welcher die M11 aufwartet sehr sinnvoll. Das hat mich auch dazu geführt, gleich am ersten Tag zuzuschlagen. Ich habe es bisher nicht bereut und bin froh, dass ich mir nicht mehr so viele Gedanken über Kameras machen muss und nun hoffentlich mehr Zeit zum Fotografieren habe. 😉

Unpacking meiner Leica M11 – es musste schnell gehen

Ich bin kein Fan eines langwierigen Unboxings. Da ich so schnell wie möglich mit der M11 fotografieren wollte, habe ich die Kamera sehr schnell ausgepackt, aber dennoch ein Video darüber gemacht, um euch ein paar Eindrücke zu geben, wie die neue M11 verpackt ist, wie sie aussieht und was alles im Lieferumfang dabei ist.
Hier kommt ihr zu dem Video:

Mein kleines Leica-M11 Unboxing Video auf Youtube

Meine Leica M11 in Bildern

Für alle, die gerne sehen möchten, wie die M11 aussieht, habe ich beim Unboxing noch ein paar Fotos von meiner neuen Lady in Black gemacht:

Mein Leica M11-Unboxing in Bildern

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