Eine Legende im Langzeittest an meiner Leica M10-P, das Voigtländer VM 35mm 1:1,4 Nokton II

Es musste einfach her, das legendäre Voigtländer VM 35mm Nokton in der Version II. So viele tolle Bilder, die ich auf Insta damit gesehen habe, haben mich schließlich dazu bewogen, es mir zu holen. Ich konnte mich einfach nicht zurückhalten, obwohl ich für meine Leica M10-P schon ein glänzendes 35mm Objektiv hatte, das SUMMILUX-M 1:1,4/35 ASPH. Meine Kaufentscheidung war also total unvernünftig. Aber ich habs getan und möchte heute über meine Erfahrungen damit berichten und erzählen, warum ich das Objektiv dann auch wieder verkauft habe.

Warum das Voigtländer VM 35mm 1:1,4 Nokton M.C. II?

Ich habe meine Leica M10-P gekauft, weil ich den sagenumwobenen Leica-Look liebe und noch mehr haben haben wollte. Mein Summilux-M 1:1,4 35mm war mir einfach zu perfekt, ich wollte das Unperfekte im Perfekten und auf den Bildern, die ich gesehen habe, konnte das Voigtländer genau diesen Look, manche nennen ihn vintage, liefern. Klar bekommt man das auch mit Lightroom und Co hin. Ich bin allerdings kein Freund großer Nachbearbeitung und möchte den Look am besten schon out of cam. Ich wollte genau solche Bilder machen, wie dieses hier zum Beispiel, das ich dann selber mit dem. Objektiv gemacht habe:

Ihr seht, im Gegenlicht entstehen bei dem Voigtländert VM 35mm 1:1,4 diese wunderbaren Kreise, die das Sonnenlicht erzeugt, wenn es auf die Linse trifft und dann an den Sensor weitergegeben. Diese Kreise nennen sich Lens Flares. Hierfür ist genau dieses 35mm Voigtländer Objektiv bekannt und inzwischen auch berühmt. Genau genommen wollen viele Objektive diese Abwandlung des Bildes verhindern, da es sich im Grunde genommen um einen Abbildungsfehler handelt. Kein Objektiv kommt allerdings hier herum und so hat das auch mein Summilux, aber in geringerem Maße.

Inwieweit jetzt diese Lens Flares toll sind, hängt stark vom Auge des Betrachters ab. Mir gefallen sie sehr gut. Sie rufen in mir ein angenehmes Gefühl der Wärme wacht und ich kann mich in die Szene mehr hineinversetzen. Digitalkameras haben irgendwie ja das Problem, dass alles digital und sehr korrekt wirkt, wenig plastisch und echt, wie beispielsweise bei den guten, alten Filmkameras. In meinen Augen schafft es das Voigtländer genau durch diese Lens Flares und den Hauch des Unperfekten, die Bilder echter und ehrlicher zu machen. Das ist für mich die große Stärke des Objektives und der Grund, warum es viele lieben.

Hier habe ich noch ein paar Beispiele von Bildern, die ich mit dem Objektiv gemacht habe:

Die Verarbeitungsqualität des Voigtländer VM 35mm 1:1,4 Nokton M.C. II

Spannend an diesem Objektiv im Hinblick auf die Verarbeitungsqualität und eine Kaufentscheidung ist sicher der Preis: aktuell ist das Objektiv für rund 630€ zu haben im Vergleich zu schlappen 5.000€ für das Leica Pendant, dem SUMMILUX-M 1:1,4/35 ASPH. Also liegen Welten zwischen den beiden Optiken und muss ein Vergleich ggf. auch fair bleiben. Ein kleiner Geheimtipp, falls ihr euch für das Voigtländer interessiert, ist Foto Max in Nürnberg. Hier bekommt man Top Service und super Preise (unbezahlte Werbung).

Das Voigtländer wird in Japan von der Firma Cosina produziert, die u.a. auch Objektive für Zeiss produzieren. So ist die Optik zwar nicht made in Germany, wird aber auf jeden Fall von einem namhaften Hersteller produziert.

An der Verarbeitungsqualität des Objektives, das komplett aus Metall besteht, kann man nicht meckern. Alles fühlt sich hochwertig an. Ein Vergleich mit meinem Summilux von Leica ist das aber nicht. Das Leica ist deutlich schwerer und größer in der Bauform und die Bedienelemente Blendenring und Fokusring lassen sich auch deshalb präziser bedienen, was ein wertigeres Gefühl gibt. Aber nichts desto trotz ist an dem Voigtländer nichts zu rütteln und hat die Bedienung und die kleine Bauform auch ihren Charme. Gerade bei Streetphotography ist man mit dem Voigtländer noch unauffälliger unterwegs.

Die Bildqualität des Voigtländer VM 35mm 1:1,4 Nokton M.C. II

Hier sei bemerkt, es gibt das Voigtländer in zwei Versionen: M.C (multi coated) und S.C. (single coated). Ich habe mich für die M.C.-Version entschieden, die für Farbaufnahmen besser geeignet sein soll, während die S.C.-Version eher an Monochrom-Bilder adressiert ist, aber wiederum einen noch klassischeren, cleaneren Look liefern soll.

Fotografieren und Fokussieren mit dem Voigtländer VM 35mm 1:1,4 Nokton M.C. II

Als ich das Voigtländer das erste Mal in der Hand und an meiner M10-P hatte, musste ich mich total umstellen. Das Objektiv ist kleiner als das Summilux und der Fokussring bewegt sich viel leichter (könnte man sicher aber auch einstellen lassen). Hat man den Dreh raus, läuft es wie am Schnürrchen. Wenn man jemand wie ich ist, der gerne die maximale Lichtstärke ausnutzt, also in diesem Fall mit f 1,4 unterwegs ist, bringt man das Objektiv natürlich schon an die Grenzen und im Ergebnis sucht man die Schärfe oder den Fokuspunkt vergeblich. Kurz gesagt, der Ausschuss ist etwas größer als bei meinem Summilux, das auf absolute Präzision getrimmt ist, aber auch 10mal so teuer ist.

Das Bokeh des Voigtländer VM 35mm 1:1,4 Nokton M.C. II

Was Schärfe anbelangt, liefert das Voigtländer dennoch richtig ab. Ich hatte die besten Erfahrungen bei einer Blende ab f 2,0, oder sogar f, 2,8. Mir gefällt es sogar, wenn nicht immer alles perfekt scharf gezogen ist und ich sehe es als meinen Bildstil und find es auch gut so, dass es verschiedene Stile gibt. Wer das Spiel zwischen Schärfe und Unschärfe liebt, ist mit dem Voigtländer wirklich gut bedient.

Schärfe und Unschärfe spielen auch eine wichtige Rolle, wenn es um das Bokeh, die Hintergrundunschärfe eines Bildes geht. Ich bin ein großer Fan dieses Effektes und setze ihn gern dazu ein, die Aufmerksamkeit der Betrachter zu lenken. Das Nokton bietet für mich ein sehr schönes, weiches und verspieltes Bokeh, das wiederum meinem Bestreben, Bilder organisch zu machen, weiter hilft. Aber seht selbst:

Fazit: Warum ich das Voigtländer VM 35mm 1:1,4 Nokton M.C. II wieder verkauft habe

Nun ja, jetzt habe ich fast eine Lobeshymmne auf das Voigtländer gehalten und ihr werdet euch fragen, warum hat er dieses tolle Objektiv wieder verkauft.

What I like about the Voigtländer VM 35mm 1:1,4 Nokton M.C. II

  • Tolle Lensflares
  • Weiches, verspieltes Bokeh
  • Organischer Bildlook, passend zu Leica
  • Farbwiedergabe passt zur Leica M
  • Super Verarbeitungsqualität
  • Kleine Maße, leicht
  • stylisch für Streetphotography
  • sehr gutes Preisleistungsverhältnis

What I dislike about Voigtländer VM 35mm 1:1,4 Nokton M.C. II

  • Fokussring und Blendenring zu leichtgängig
  • Schwierig bei f 1,4 zu fokussieren

One more thing. Wie sich das Nokton in schwarz-weiß schlägt, habe ich in einem eigenen Artikel beschrieben. Schaut gerne mal vorbei: hier.

Eingangs habe ich gesagt, es war unvernünftig, das Voigtländer Objektiv zu kaufen. Das stimmt auf jeden Fall. Ich hatte bereits ein sehr teures und herausragendes Leica Summilux mit 35mm Brennweite und habe es nicht übers Herz gebracht, zwei 35mm Objektive zu besitzen, weil ich gerne auch ein 50mm-Objektiv hätte. Die absolute Präzision des Summilux mag ich nicht missen, gerade wenn es um Aufträge geht, wo ich wirklich Schärfe abliefern muss. Deshalb war es vernünftiger mich von dem Voigtländer zu trennen, auch wenn ich ihm immer noch nachweine. Mein Plan wäre, mal ein 50mm Voigtländer auszuprobieren und euch auch meine Erfahrungen zu schildern. Was haltet ihr davon? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.
Bis dann,

Chris

Voigtländer VM 35mm 1:1,4 Nokton II stylish one

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